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4. Projekt: Die Linde

 

So, wie die Gerichtslinde noch vor etwa 2 Jahrzehnten ausgesehen hat, wird man sie nie wieder sehen. Sie hat durch einen Brandpilz in den letzten 20 Jahren viel von ihrem mächtigen Aussehen eingebüßt. Das Wahrzeichen von Udenhain, das schon mehr als 350 Jahre existiert, das man von weit her schon sehen konnte, unter dem schon vor hunderten von Jahren Gericht gehalten und Urteile gesprochen wurde, hat an Mächtigkeit und Größe verloren. Seit dem Jahre 2003 ist sie in verschiedenen Abständen (2010 - 2016 - 2018) von ca. 40m auf die Hälfte der ursprünglichen  Höhe gestutzt worden, weil ihre Tragfähigkeit nachgelassen hat. Ihr Stamminneres ist hohl und das Äußere ist morsch und brüchig. Sie wird also auch weiterhin kleiner werden, bis sie eines Tages ganz verschwindet, weil sie die Last nicht mehr tragen kann.

Im Jahr 2019 ergab die letzte offizielle Überprüfung, dass unsere Sommerlinde etwa 300 - 370 Jahre alt ist, einen Umfang von 7,50 m in Brusthöhe und nur noch eine Höhe von 20 Metern hat.

Jetzt wird es Zeit, schon eine neue Linde zu pflanzen, die dann, wenn die alte Linde ganz verschwunden sein wird, wenigstens ein kleiner Ersatz für die alte Linde darstellt. 

Aus diesem Grund wird der Förderkreis am 01.12.19 (1. Advent) ganz feierlich mit Gottes Segen eine neue Linde in der Nähe der alten Linde einpflanzen und diese dann weiterhin so versorgen, dass sie wächst und gedeiht und in 100 Jahren wieder eine Größe erreicht, die der ehemaligen Linde hoffentlich nahe kommen wird. 

Zu dieser feierlichen Baumpflanzung laden wir jetzt schon ganz herzlich alle Udenhainer, alle Brachttaler und alle interessierten Menschen aus nah und fern ein.

Nach einer Säuberungsaktion der Mauserspechte im Juli 2020 präsentierte sich der Stamm unserer alten Linde so:

Hier sieht man das ganze Ausmaß des Befalls durch den Brandkrustenpilz.

Der Stamm ist hohl und von 3 Seiten her einsehbar.

In der Bildergalerie unten kann man auch den Halterungsanker erkennen, die den Stamm noch zusammenhalten soll. 

Auch wächst ein anderer Baum innerhalb des Stammes heran.

Die Rinde um den Baum hat schon viele kleine quer verlaufende Risse.

Pflanzung unserer neuen Friedenslinde

Schon seit Beginn des Jahres 2018, also seit fast 2 Jahren, wurde auf jeder der vielen Vorstandssitzungen unseres Förderkreises der Tagesordnungspunkt „Neupflanzung einer Kirchenlinde“ aufgenommen, weil die Firma, die für die Baumpflege unserer alten Gerichtslinde zuständig war, eine erneute Kürzung derselben um 1/3 angekündigt hatte. Sie wurde doch auch schon in den Jahren 2010 und 2016 erheblich beschnitten. Der Stamm, der von innen heraus weiter fault, hält die Belastung der Krone nicht mehr aus und stellt eine Gefährdung der Kirchgänger und der Martinskirche selbst dar. Also wurde sie im letzten Jahr weiter gekürzt. Und es werden noch weitere Kürzungen und Entlastungen des Stammes in näherer oder weiterer Zukunft von Nöten sein.Das bedeutet: Unsere alte, ehrwürdige Gerichtslinde,

              Aushebung des Pflanzlochs                                   das Wahrzeichen von Udenhain stirbt weiter.

Deshalb beschloss der Förderkreis damals schon, sich um eine neue Linde zu kümmern, damit dann, wenn die alte Linde irgendwann einmal gänzlich verschwunden sein wird, keine allzu große Lücke entsteht und das äußere Erscheinungsbild unserer Kirche mit der mächtigen Gerichtslinde davor einigermaßen erhalten bleibt. Der Förderkreis beschloss, sich um die Anschaffung und Pflanzung zu kümmern und finanziell zu tragen. Dabei sollte die neu zu pflanzende Linde bereits eine angemessene Größe aufweisen.

 

Gesetzte Friedenslinde mit Ringdrainage

Mehr als 1 Jahr lang dauerten die Vorbereitungen dafür, doch nun steht sie hier, unsere neue Friedenslinde. Ganz nah, aber nicht zu nahe an der alten Gerichtslinde. Hier soll sie ihre Wurzeln schlagen und eines Tages als Ersatz für die alte Linde stehen.

 

Unsere alte Gerichtslinde:

... ist eine Sommerlinde

... ist nach der Schätzung des Naturdenkmalamtes

    im Jahre 2014 ca. 364, also heute ca. 370 Jahre  

    alt

... hat einen Stammumfang in Brusthöhe von

    7,50 m

... hat einen Stammdurchmesser in 1m Höhe von

    ca. 2,10 m

... hat eine Stammhöhe bis zum Kronenansatz von     ca. 6 m

... war mal weit höher als unsere Kirchturmspitze

 

 

 

Eine Baumscheibe vom letzten Schnitt aus dem Jahre 2016 hat einen Durchmesser  von 15 cm  und weist darin ca. 170 Jahresringe auf.

Ist sie evtl. doch noch älter als 370 Jahre?

 

Anlieferung der Linde am 27.11.2019

Frau Susanne Präsent und Herr Klaus-Dietrich Keßler machten sich kundig und schon im Sommer letzten Jahres fuhren Ludwig Naumann und Susanne Präsent zur Firma EULER nach Schwarzenfels, um sich nach etwas Passendem umzusehen, einige Fragen zu klären und die möglichen Kosten zu eruieren. Gleiches wurde später bei der Baumschule KÖHLER in Bruchköbel und auch beim Pflanzenhandel HUBEN in Ladenburg durchgeführt, um Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

Letztendlich haben wir uns für das Angebot des Pflanzenhandels HUBEN in Ladenburg entschieden, da durch den Einsatz der ortsansässigen Galabau-Firma Georg nicht nur das Angebot stimmte, sondern auch der persönliche Einsatz durch Tobias Georg wesentlich dazu beitrug.  Am 27.11.19 

wurde sie geliefert und am nächsten Tag

mithilfe des Bauhofs der Gemeinde Brachttal gesetzt. Unser Dank geht an alle Beteiligten, die dafür sorgten, dass die Friedenslinde ihren endgültigen Platz in der Nähe der alten Gerichtslinde gefunden hat.

Gepflanzte Linde

Unsere neue Friedenslinde…

… ist eine Winterlinde, da Winterlinden  

     widerstandsfähiger, stärker im Wuchs und   

     langlebiger sind, als Sommerlinden

… ist schon etwa 20 Jahre alt

… wurde schon 3x umgepflanzt (was wichtig ist)

… hat einen Stammumfang von ca. 33 cm

… hat einen Stammdurchmesser von 10,4 cm

… hat eine Stammhöhe bis zum Astansatz von ca.  

     2,50 m

… hat eine Gesamthöhe von ca. 5,50 m

… der Wurzelballen hat einen Radius von ca. 80 cm

 

Das Pflanzloch hat die Ausmaße 3m x 3m x 1,5m

à Volumen ca. 13,5 m³

 

Sie wurde am 28.11.2019 unter erschwerten Bedingungen für Mensch und Maschinen gesetzt.

 

 

 

 

 

Möge die neue Linde unter der liebevollen Pflege durch den Förderverein im nächsten Jahr zum 1. Mal hier in Udenhain erblühen und möge sie solche Wurzeln schlagen, wie sie die alte Linde vor hunderten von Jahren schon getan hat, auf dass sie irgendwann auch wieder groß und mächtig wie die alte Linde werden wird.

Unsere neue Linde im April 2020

Inzwischen ist es fast ein halbes Jahr her, dass unsere uralte Gerichtslinde einen jungen und kleinen Nachfolger erhalten hat, In vielen Jahrzehnten wird er hoffentlich wieder als zentraler Blickpunkt des Ortes Udenhain, als Schattenspender und als Friedenszeichen die alte Linde ersetzen. 

 

Sie hat schon ihre ersten Knospen sprießen lassen (wie auf den Bildern zu sehen ist)  und wird auch bald die ersten Blätter neben ihrem großen Vorgänger grünen lassen. 

 

Schon jetzt bedarf sie besonderer Pflege, denn der Klimawandel geht auch hier an Udenhain nicht vorbei. Die Temperaturen sind schon im März zu warm und der Regen zu wenig gewesen, so dass die Linde schon mehrmals mit Wasser versorgt werden musste.

 

 

Inzwischen hat sie schon richtig schöne Blätter bekommen und macht einen gesunden Eindruck.

 

Aus dieser Perspektive sieht sie ja schon ziemlich mächtig aus, und erscheint der alten Linde ebenbürtig, doch auf dem nächsten Bild kann man nur zu deutlich erkennen, wie klein sie eigentlich noch ist.

Wir vom Förderkreis Martinskirche werden alles dafür tun, dass sie auch weiterhin gut versorgt sein wird und irgendwann die Rolle der alten Gerichtslinde einnehmen kann.

 

Am 05.05.20 haben wir vom Förderkreis den Platz rund um die neue Linde und auch die Auffahrt zum Kirchgarten mit neuem Grassamen eingesät. Zuvor hatte die Gemeinde dankenswerterweise die übrig gebliebene Erde vom Aushub für die Linde vom November letzten Jahres abtransportiert und eingeebnet. Wir bedanken uns für die Unterstützung.

 

 

 

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