Geschichtliche Informationen

 

Udenhains Entstehung geht zurück bis in die erste Besiedlungsperiode durch fränkische Siedler ungefähr von 500 bis 800 nach Christus. Bei der fränkischen Markeinteilung wurde an der Stelle von Siedlungen ein Königshof (curtis regis) angelegt, die später auch als "Herrnhof" bezeichnet wurden. Die Siedlungen bei dem Königshofe entwickelten sich zum Standort der "Gerichte" und ersten Kirchen. Der Name der Siedlung wurde nach altem fränkischem Brauch zumeist entsprechend dem Führer  benannt, der demnach vermutlich "Udo" hieß. 1331 als Udenhain (Udenhayn, Uodinhan und hen) erwähnt.  

Die Kirche von Udenhain, die sicherlich zunächst als Kapelle in Holzbauweise errichtet war,  wurde dem heiligen Martin geweiht, der als Volksheiliger der Franken bekannt ist.  
Die Martinskirche war Mutterkirche des Gerichtes Udenhain, in das im frühen Mittelalter alle Orte des späteren Gerichtes Spielberg eingepfarrt waren.

 

Im Jahr 1325 erfolgt erstmals die Erwähnung des Gerichts Udenhain in einer Urkunde. Die offizielle sichere Existenz des Gerichtes Udenhain ist aber schon mit dem Jahr 1291 beziffert, weil das Gericht Udenhain in Bezug auf die Regierungszeit von König Rudolf (1273 bis 1291) erfolgte. 

1335 erwarb Luther von Isenburg das Gericht Udenhain von Konrad von Trimberg. Nach dem Übergang in Isenburgischen Besitz taucht Udenhain nicht mehr als eigenes Gericht auf, sondern gehört von da an zum Gericht Spielberg.

1454 fand eine  Landscheidung zwischen dem Gericht Spielberg und dem Gericht Salmünster-Soden statt, um die Grenze des Hegebezirkes von Udenhain festzustellen. Daraus ist zu entnehmen, daß Udenhain zu jener Zeit bereits zum Gericht Spielberg gerechnet und von dort aus verwaltet wurde.

 

Die Martinskirche in Udenhain ist eine alte Wehrkirche, die mit einer dicken (Wehr)Mauer umgeben ist. Bereits 1375 wurde eine Kapelle in Udenhain erwähnt. Der Chor wurde im 15. Jhdt. erbaut und nach einem Dachstuhlbrand 1829 neu hergestellt. Das Schiff (1469) ist im Kern romanisch, der Chor mit Maßwerkfenstern und Rippengewölbe entstand um 1446. 

 

Seit 1542 ist die Martinskirche evangelisch. Erster evangelischer Pfarrer in Udenhain war Pfarrer Johannes Wolfrich, der in der Zeit von 1545(?) bis zu seinem Tode am 19. oder 29. November 1565 gestorben und in Udenhain evtl. unter der Martinskirche begraben wurde. Im Jahre 1923 entdeckte man jedenfalls unter den alten Dielen im Altarraum drei Grabsteinplatten (s. Unsere Projekte "Grabsteine").  Es waren dies der Grabstein von Pfarrer Johannes Wolfrich, der Grabstein von Pfarrer Hartmann Wick (geb. 1662  gest. 1730), (er war vor 1697 bis zu seinem Tode Pfarrer in Udenhain) und der Grabstein der 7 Kinder des Pfarrers Hartmann Wick. Diese Grabsteine wurden geborgen und fanden ihren neuen Platz an der südlichen Turmwand außerhalb der Kirche. Dort befinden sie sich heute noch und sind seit dieser Zeit der Witterung ausgesetzt. Sie müssen vor dem Verfall bewahrt werden.

 

1546 wurde die Kirche ihrer Kleinodien, Kelche und anderen Dingen durch das Kriegsvolk des Kurfürsten und Landgrafs beraubt.

Nach dem 30jährigen Krieg (1618 - 1648) wuchs die Bevölkerung in Udenhain wohl langsam aber stetig so sehr, dass im Jahre 1706 eine 2. Empore benötigt wurde. Hierzu wurde ein separater Aufgang an der Südseite des Turmes eingebaut. Der damailge Türsturz weist zwei ineinander laufende Jahreszahlen auf: 1706 und 1892. Im Zuge dieser Maßnahme verschwand wahrscheinlich auch das Doppelkreuzgewölbe des Kirchenschiffs und die rechteckigen Fenster wurden wegen der besseren Beleuchtung des Innenraums eingebaut.

 

Im 1. Weltkrieg wurden 2 Glocken und im 2. Weltkrieg 3 Glocken zur Waffenherstellung abgeholt und eingeschmolzen. Nur die Gotische Glocke verblieb in Udenhain. Aber im Jahre 1954 erhielt unsere Martinskirche wieder 3 neue Glocken.

 

Da 1965 ein Ofenbrand im Kirchenschiff einen großen Schaden anrichtete, wurde die Martinskirche innen renoviert. Im Zuge dieser Renovierung entdeckte man unter dem alten Putz Gemäldeverzierungen am Tabernakel, der Piscina und dem Kreuzgewölbe im Chorraum. Diese wurden nicht wieder überstrichen und sind somit noch heute erhalten.

 

 

 

Im Oktober 2004 wurde die Turmhaube wegen Einsturzgefahr abgebaut und im März 2005 erhielt der Turm wieder eine neue Haube. (http://www.buchonia.com/Orte/Brachttal/Udenhain/24-1_6_Martinskirche_in_Not.htm)

 

 

        Quellenverzeichnis:

  • Dr. Ludwig Bickell: "Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel Bd. 1" (1895)
  • Georg Landau: "Beschreibung des Gaues Wettereiba" (1855)
  • www.buchonia.com
  • Sammlung zur Geschichte von Udenhain anlässlich des 700. Jahrestages von Udenhain

 

 

 

 

 

.

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Martinskirche Udenhain